Thursday, June 16, 2016

7. Die fröhliche Wissenschaft. Zur unbefleckten Erkenntnisdrang

 
Nietzsche tritt nicht für die „Lüge“ an Stelle der Wahrheit ein. Vielmehr plädiert er dafür, dass die gewöhnliche Haltung gegenüber der Lüge, gegenüber der Illusion, die Haltung des Verdachts, des Ärgers oder Unglaubens aufgehoben werden soll. 

Das Ergebnis ist nicht eine Frage des Glaubens. 
So wie er vor der Illusion der Wahrheit zurückschreckt, blickt Nietzsche in seiner Erkenntnistheorie nur auf die Wahrheit der Illusion. Darin ist er von der Kunst inspiriert:
„[…] – Hätten wir nicht die Künste gutgeheißen und diese Art von Cultus des Unwahren erfunden: so wäre die Einsicht in die allgemeine Unwahrheit und Verlogenheit, die uns jetzt durch die Wissenschaft gegeben wird – die Einsicht in den Wahn und Irrthum als in eine Bedingung des erkennenden und empfindenden Daseins –, gar nicht auszuhalten“. (FW § 107) 
Nietzsches Ziel ist durchweg lebenssteigernd.

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